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Asch

Der Ortsteil Asch

Chronik Asch

Asch (654 m ü. d. M.) mit seinen sauberen Häusern und dem prächtigen Blumenschmuck, ist ein Ortsteil der Gemeinde Fuchstal. Eine breitkronige schattenspendende Kastanienallee mit dem Floriansbrunnen (erbaut 1863) bildet den Ortskern.

Urkunden aus der Frühgeschichte unseres Dorfes sind beim Pfarrhofbrand im Jahre 1700 ein Raub der Flammen geworden. Alles Bekannte ist nur kärgliches Stückwerk, das in mühseliger Kleinarbeit aus Heimat- und Staatsarchiven zusammengesucht wurde. Woher der Dorfname Asch stammt, ist unsicher. Es wird einesteils vermutet, dass er aus der keltischen Sprache kommt. Bei den Kelten, die bis in die Jahre 300 – 400 n. Chr. in unserer Gegend wohnten, hieß der Bach esca, gesprochen Äscha. Er kann sich aber auch herleiten von Ach = Bach (Dorf am Bach) oder vom Altdeutschen ask = Esche. Jedenfalls erfuhr der Name des Ortes nach den urkundlichen Nachweisen einige Veränderungen.

So steht in Urkunden von 1074 Asche und im 12. Jahrhundert Ascha und später Asch geschrieben. Es ist interessant festzustellen, daß der Name der Stadt Asch im Egerland 1290 ebenfalls in der Form Ascha überliefert ist. Im Jahre 1150 wurde von Dietrich und Konrad de Ascha, (vermutlich ein Adelsgeschlecht auf der Burg, südwestlich von Lechsberg) die Pfarrei Asch gegründet. Zu ihr gehörten Oberdießen, Lechmühlen, Hohenwart und Römerkessel. Oberdießen wurde von unserem Ort aus besiedelt. Asch hatte wahrscheinlich die erste Kirche im Fuchstal. Das geht daraus hervor, dass in damaliger Zeit das erste Gotteshaus in einer Gegend, an einem Bach, dem hl. Johannes dem Täufer (als Taufkirche) geweiht wurde, wie es hier der Fall ist. Die Kinder, die von weit hergebracht wurden, empfingen durch Untertauchen in fließendem Wasser das erste Sakrament.

Dass unser Ort schon sehr früh bestanden hat, ist auch dahin zurückzuführen, daß die alte Rott- und Poststraße (jetzt noch Flurname), die nach 1800 durch die neue Nord-Süd-Straße am Römerkessel vorbei ersetzt wurde, von Hurlach über Erpfting kommend östlich an Unterdießen vorbei, durch Asch, fünfhundert Meter östlich von Leeder, nach Denklingen führte.

 

Via Claudia Augusta

Am südlichen Ortsausgang von Leeder, direkt an der Hauptstraße, steht die kleine Wegkapelle St. Ulrich.
Die dem Bistumsheiligen geweihte Kapelle befindet sich erst seit dem frühen 20. Jahrhundert an diesem ein wenig unwirklich wirkenden Ort. Einziger Bestandteil der kleinen gemauerten Kapelle ist neben einem Betstuhl ein überlebensgroßes Gemälde des Hl. Ulrich von Johann Baptist Baader.

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer zu Asch

Unsere Pfarrkirche mit Zwiebelkuppel, als Symbol einer alten Pfarrei, ist in ihrem jetzigen Grundriß im Jahre 1428 erstellt und noch im baulustigen 15. Jahrhundert höher- und im 17. Jahrhundert umgebaut worden, was aus den Ziegelschichten und -Formen festzustellen ist. Das Gotteshaus mit hochbarockem Zentralbau, eingezogenem Chor mit halbkreisförmigem Abschluß wurde 1998 das vierte Mal in diesem Jahrhundert restauriert.

Katholische Kapelle Sankt Leonhard in Asch

An der nördlichen Gemeindeflur steht die, der politischen Gemeinde gehörende, geschichtlich bedeutsame St. Leonhardskapelle. In alten Schriften ist sie als ,,Capell uff dem Feld” bezeichnet. Das Jahr der Erbauung konnte bis jetzt nicht ermittelt werden; immerhin hat sie ein Alter von 380 bis 430 Jahren. Der Überlieferung nach soll die erste Feldkapelle, (wie jene zu Lechsberg und auf dem Stock) aus lauter Holz erbaut gewesen sein. Auf dem ehemals umgebenden Friedhof wurden zur Zeit der Pest alle Leichen von Asch dort begraben, wie dieser Ort auch der Begräbnisplatz für Fremde war. Ferner fanden dort auch die Unglücklichen ihre letzte Ruhestätte, die ihrem Leben selbst ein Ende setzten.

Wallfahrtskapelle Maria im Stock

Viele Freunde hat die im Besitz der Kirchengemeinde stehende, 1703 von Freyberg gebaute, weithin bekannte Wallfahrtskapelle ,,Maria im Stock”. Daneben stand das 1655 gebaute Mesnerhaus (es wurde Anfang der 70 er Jahre abgebrochen).
Bereits 1647 war eine hölzerne Kapelle am Weg zwischen Asch und Lengenfeld belegt. Aus dieser Zeit stammt auch das hölzerne Gnadenbild, ein Pieta, die der Legende nach von Holzarbeitern an Ort und Stelle in einem Buchen-Stock gefunden worden sei. 1722 wurde der bis heute erhaltene Kirchenbau eingeweiht, 1968 kam es zum Raub des Gnadenbildes, das nun eine Replik ersetzt. Dennoch ist bis heute die Wallfahrt auf den Stock für die Gläubigen der umliegenden Dörfer Teil ihres Kirchenjahres.

Ölbergkapelle in Asch

Am südöstlichen Dorfausgang von Asch steht nun wieder die kleine Ölbergkapelle, die 1958 als Hindernis bei dem Umbau der Straßenkreuzung notgedrungen abgebrochen werden mußte und in unmittelbarer Nachbarschaft des ehemaligen Standortes vor der Grundschule erst 1994 wieder aufgebaut wurde. Die in einem offenem Raum mit Eisengitter gesicherte Ölberggruppe birgt 6 Figuren, einen Engel, Gottvater, Christus und drei Apostel. Die farbig gefassten Figuren werden der Bildhauerfamilie der Luidl zugeschrieben.

 

Von dem ehemaligen ,,Schloß Asch” steht nurmehr das Verwaltungsgebäude (ehem. Schloßbauer an der Römerkesselstraße), vormaliger Sitz eines Verwaltungsamtes des adeligen Damenstiftes zu St. Stephan in Augsburg. Erbauer dieses Hauses ist Werner Völker von Freyberg, wie dies ein noch vorhandener Gedenkstein mit der Jahreszahl 1535 bezeugt.

 

Zur Gemeinde Asch gehört der Weiler Lechsberg (705 m ü.d.M.). Dort saß bis zum 15. Jhd. ein edles Geschlecht, das ausgedehnte Besitzungen auch in Lengenfeld hatte. 1692 waren bereits drei Bauern auf dem Lechsberg sesshaft. Die deutlich sichtbaren Verschanzungen unterhalb Lechsberg rühren höchstwahrscheinlich von den Römern her und mögen in den Zeiten des Bauern- und Schwedenkrieges benutzt worden sein.

Dreifaltigkeitskapelle Lechsberg

1255 ist Lechsberg als ARX (befestigter Ort) bezeichnet. Die Stelle, an der damals die Burg stand, ist heute mit Gras überwuchert. Der Weiler Lechsberg hat seit 1669 eine Dreifaltigkeitskapelle. Im Jahre 1829 wurde sie aus Mauerziegeln neu errichtet, 1896 und 1970 renoviert und steht im gemeinsamen Besitz der drei dortigen Bauern.

Das erste Schulhaus wurde im Jahre 1816 erbaut. 1892 kam ein weiteres Klassenzimmer dazu und im Jahre 1954 konnte mit finanzieller Anstrengung das seinerzeit vierklassige Schulgebäude mit Schulküche eingeweiht werden. Inzwischen sind dort seit dem Schuljahr 1998/1999 fünf Klassenzimmer eingerichtet.

 

Als Ersatz für das 1896 gebaute Kriegerdenkmal, das zum Verkehrshindernis wurde, ist 1960 an günstigerer Stelle ein neuzeitliches Monument errichtet worden, wo die elf Kriegstoten von 1809-13 unter Napoleon, vier Gefallene des Befreiungskrieges 1814/15, zwei Söhne aus dem Krieg 1870/71 und 32 Gefallene und Vermisste des ersten Weltkrieges namentlich eine Gedenkstätte fanden, sowie die Namen der 25 Gefallenen und zwölf Vermissten des Dorfes aus dem zweiten Weltkrieg eingemeißelt sind.

 

In Haus-Nr. 27, jetzt Leonhardstraße 8, ist ein berühmt gewordener Sohn unseres Dorfes, der Dichter Kanonikus Johannes Schrott 1824 geboren (gest. 1900 in München). Das letzte hölzerne Bauernhaus (Haus-Nr. 41 jetzt Rainweg 9) mit gemauerter Badekammer, wurde längst außer Betrieb, 1906 abgebrochen.

 

Im Gemeinschaftsleben ist vor hundert Jahren ein Feuerwehr- und Veteranenverein, sowie eine Musik- und Schützengesellschaft verzeichnet. Übrigens wurde die heutige von Asch nach Lengenfeld führende Straße erst in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts gebaut (der Stockkeller 1861). Vorher konnte man auf den ,,Stock” nur zu Fuß gelangen.

 

Zum Transport von Gütern waren zwei fahrende Boten, davon einer nach Kaufbeuren und einer nach Landsberg, eingesetzt. Am 1. Oktober 1886 wurde mit der Eisenbahnstrecke Landsberg-Schongau auch der Bahnhof Asch-Leeder mit Restauration eröffnet. Im Mai 1984 wurde die Fahrgastbeförderung auf dieser Linie eingestellt. Es verkehren dort nur noch Güterverkehrszüge.

Ehemaliges Wappen Asch

Mit Entschließung des Staatsministeriums des Innern vom 24.4.1951 wurde der Gemeinde ein Ortswappen verliehen (In Gold eine grüne Esche; im Schildfuß auf Blau drei goldene Kugeln). Die Esche ist redend für den Namen der Gemeinde; die drei Kugeln sind auch als sogenannte ,,Dotter” anzusehen, wie sie schon das Familienwappen der Freyberg zierten.

 

Bereits in den Jahren 1949 – 1952 wurden erste Abstimmungen in den Fuchstalgemeinden betreffend eines Wechsels vom Landkreis Kaufbeuren in den Landkreis Landsberg durchgeführt. Am Sonntag den 09.11.1952 wurde vom Innenministerium eine Volksbefragung betreffend der Zugehörigkeit durchgeführt. Hierbei ergab sich bei einer Wahlbeteiligung von 85 % eine klare Mehrheit für den Landkreis Landsberg. Nur in den Gemeinden Leeder und Oberdießen hatte der Landkreis Kaufbeuren die Mehrheit. Der Landkreis Kaufbeuren setzte nun alle Mittel ein um diesem Ansinnen entgegen zu wirken, denn bei einer Abtrennung ihres Fuchstales wäre der Bestand des Landkreises Kaufbeuren gefährdet worden. Die endgültige Entscheidung wurde aber schließlich bis zur allgemeinen Gebietsreform in Bayern am 01.07.1972 verschleppt. Seit diesem Tag gibt es keine Gemeinde Asch, Landkreis Kaufbeuren mehr. Die selbständigen Gemeinden Asch, Leeder und Seestall wurden zur Gemeinde Fuchstal zusammengefasst.

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